Metamorphosen der Psyche Vorstellungen von Verwandlung in Literatur und Psychoanalyse (mit Andreas Kilcher und Daniel Strassberg)

Als der Handelsreisende Gregor Samsa eines morgens als «ungeheures Ungeziefer» erwacht, macht er sich vor allem Sorgen darüber, dass er den Zug verpassen und von Vorgesetzten gerügt werden wird. So grotesk sich sein verwandelter Körper erweist, so unverändert scheint seine Familien- und Handelsreisendenseele geblieben zu sein. Hat nur eine äussere Verwandlung stattgefunden? Was bedeutet in dieser berühmtesten Kafka-Erzählung «Verwandlung» überhaupt?
Der Wunsch oder die Not, sich zu verändern und ein anderer oder eine andere zu werden, treibt fast alle Menschen in bestimmten Phasen ihres Lebens um. Manche bringt dieser Wunsch auch in eine Psychoanalyse, doch oft sind sie am Ende enttäuscht, noch immer dieselben zu sein. Die Frage stellt sich folglich, wie neben physischen auch psychische Verwandlungen möglich oder wünschenswert sind, bzw. was Verwandlung in psychoanalytischer Sicht überhaupt bedeuten kann.
Literatur und Psychoanalyse sind besonders wach für solche Prozesse von Metamorphose. Wie stellen sie sich Verwandlungen vor? Wie erzählen, erfragen und erklären sie diese? Nicht nur fragen sie, wie Verwandlungen manifest in Erscheinung treten, sondern auch was sie latent motiviert. Sind es innere Antriebe wie unbewusste Wünsche? Bildung? Einsicht? Erschütterung? Vorbilder? Soziale und kulturelle Normen? Oder gar ökonomische Zwänge, physische Gewalt? Wie auch immer erklärt, besteht kein Zweifel, dass Vorstellungen der Verwandlung, die die europäische Kultur seit dem Mythos der Antike leiten, unser biologisches, soziales, kulturelles und psychisches Leben prägen.
Wann? Montag, 22.6.2026, 20:00 Uhr
Wo? Restaurant Sphères, Hartturmstrasse 66, 8005 Zürich
Wieviel? Eintritt gratis, Kollekte.

FlyerV4_22062026

Datum

22 Juni 2026

Uhrzeit

20:00 - 21:30

Ort

sphères
Hardturmstrasse 66, CH-8005 Zürich