Le Club 02/2026: Rassismus in Psychotherapie und Pädagogik (mit Fana Asefaw und Eva Hug)
Ein zentrales Privileg des Weißseins besteht darin, sich nicht mit der eigenen weißen Identität auseinandersetzen zu müssen. Der Philosoph Charles W. Mills beschreibt dieses Phänomen als weißes Nichtwissen (White Ignorance).
Trotz wachsender gesellschaftlicher Debatten zu Rassismus, Postkolonialismus und Klassismus bestehen in Psychotherapie und Pädagogik nach wie vor erhebliche Leerstellen – sowohl in der Praxis als auch in der Lehre. Schulze (2023) beschreibt das Schweigen der deutschsprachigen Psychoanalyse gegenüber Rassismus etwa als Ausdruck einer verweigerten Auseinandersetzung mit weißer Identität. Diese ist eng verknüpft mit Privilegien, Machtverhältnissen und Fantasien von Überlegenheit. Das Ausblenden der Kategorie Race kann dabei auch der Vermeidung moralischen Unbehagens dienen.
Diesen blinden Flecken möchten wir gemeinsam nachgehen. Im Gespräch mit Fana Asefaw, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Dozentin & wissenschaftliche Mitarbeiterin an der UZH medizinische Fakultät, Abteilung Bioethik und Medizingeschichte, sowie Eva Hug, Historikerin/ Ethnologin, Fachperson für Anti-Rassismus in der Lehrpersonen-Ausbildung, diskutieren wir historische und institutionelle Hintergründe dieser Leerstellen und fragen nach Perspektiven für eine rassismuskritische Praxis in Psychotherapie und Pädagogik.
Moderation: Elizabeth Högger Klaus, Psychoanalytikerin, Zürich